Gute regionale Produkte, handwerkliches Können und innovative Ideen

Peterchens-Auszubildende Kristina Föhl holt Silber beim 4. Länder übergreifenden Lehrlingswettbewerb „So schmeckts in der Rhön“

BAD KISSINGEN / RHÖN. Bereits zum 4. Mal hatte die Dachmarke Rhön zum Länder übergreifenden Lehrlingswettbewerb „So schmeckts in der Rhön“ eingeladen. Diesmal wurde er in der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen ausgetragen, und auch diesmal staunten die geladenen Gäste, welcher Gaumenschmaus aus regionalen Produkten zubereitet werden kann und welche Ideen die angehenden Servicefachkräfte haben, wenn es beispielsweise um das professionelle Dekorieren und Eindecken einer festlichen Tafel geht.

Nein, enttäuscht waren die Jury und die Gäste von keinem der jungen Männer und keiner der jungen Frauen. Allerdings wurde schließlich als bestes Menü das von Sarah Braun vom Romantik-Hotel „Goldener Karpfen“ in Fulda gekürt: Sellerie-Cremesuppe mit Schaum der heimischen Roten Beete, Rhöner Schweinefilet im Röstimantel sowie Halbgefrorenes von der schwarzen Johannisbeere. Die Beste im Bereich Service wurde Jessika Große vom Landhotel „Zur Grünen Kutte“ im thüringischen Bernshausen. Beide erhalten nun einen Praktikumsplatz bei Starkoch Alexander Herrmann – gesponsert von der „RhönSprudel- Genussakademie“, einer Gemeinschaftsinitiative des MineralBrunnens RhönSprudel und der Dachmarke Rhön.

Lehrlingswettbewerb
Von links: Maximilian Fröhlich (Köche 2. Platz, Hotel „Goldener Karpfen“, Fulda), Sarah Braun, Bastian Wehner (Köche 3. Preis, Restaurant-Café „Kurgarten“ Bad Kissingen), Kristina Föhl (2. Preis Service, Hotel & Restaurant „Peterchens Mondfahrt“, Wasserk

Die Gaumen der Gäste wurden an diesem Tag mit vielen edlen Gerichten verwöhnt, ob nun gefüllte heimische Entenkeule, geschmorte Ochsenbäckchen, Rhönlamm- und Forellenvariationen, Schweinenackenbraten mit Salzkruste, gespickte Rinderhuft oder sogar Schafszunge mit Biersoße. Und natürlich durften auch echte Rhöner Klassiker wie Spatzeklöß‘ oder „Arme Ritter“ nicht fehlen – der Lehrlingswettbewerb „So schmeckts in der Rhön“ war einfach eine ausschweifende Reise durch die kulinarische Welt des Mittelgebirges.

„Für einen Gast, der zu uns kommt, gehört ein Essen aus regionalen Zutaten sowie nach alten Rhöner Rezepten, natürlich modern interpretiert, zu einem gelungenen Aufenthalt einfach dazu“, ist sich die Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön, Barbara Vay, sicher. Es sei ein Anliegen der Rhöner Regionalmarke, die regionale Wertschöpfung zu stärken. Ein Schwerpunkt dabei sei es, Produkte aus der Region in der Region zu vermarkten. Der Länder übergreifende Lehrlingswettbewerb „So schmeckts in der Rhön“ soll dazu beitragen, schon bei den Nachwuchskräften in der Gastronomie das Gefühl zu vermitteln, dass man aus Produkten der Region hochwertige Gerichte zubereiten kann. Letztlich sei damit auch das Bemühen verbunden, dass die jungen Leute einen Anreiz sehen, um in ihrer Heimat zu bleiben, sagt Vay.

Bad Kissingens Oberbürgermeister, Kay Blankenburg, bringt die jüngsten Lebensmittelskandale ins Spiel: „Diese Nachrichten sind eigentlich gute Nachrichten für uns, denn wir haben darauf eine Antwort, und die lautet ,aus der Region – für die Region“. Die Produkte, die über die Dachmarke Rhön vermarktet werden, seien immer mit Menschen und damit mit Gesichtern verbunden.

„Wenn wir uns im Bereich der Dachmarke Rhön bewegen, können wir unsere Lebensmittel zurückverfolgen, und wir brauchen uns mit der Qualität der Produkte nicht zu verstecken“, sagt auch der stellvertretende Vorsitzende des Länder übergreifenden Vereins Dachmarke Rhön e.V. und Landrat des Landkreises Bad Kissingen, Thomas Bold. Im Tourismus werde Regionalität immer mehr gefordert. Über die Produkte in der Gastronomie werde sie am besten erlebbar. „Der Lehrlingswettbewerb zeigt, in welcher Qualität wir die vorhandenen Produkte veredeln können und welche Vielfalt an regionalen Produkten wir inzwischen haben.“

Ein Wettbewerb wie der für die Auszubildenden im Bereich Küche und Service sei ein Beweis für die Wirtschaftskraft und die Wirtschaftsleistungsfähigkeit einer Region. „Am Ende geht es darum, die Beteiligten aus der Region zu stärken und letztlich den Tourismus. Der ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor für uns“, unterstreicht der Geschäftsführer der Regionalen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön, Heiko Kümmel. Unterstützt wird er in seiner Ansicht von der Geschäftsführerin des Rhönforum e.V., Anja Schuchert: „Unsere Qualität der regionalen Produkte ist ein besonderes Merkmal unserer Region und damit ein besonderer Punkt im Tourismus.“

Am Thema Kulinarik werde die enge Verbindung von Tourismus und Dachmarke Rhön sehr deutlich, meint der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, Michael Pfaff. Der Wettbewerb „So schmeckts in der Rhön“ trage dazu bei, die Jugend zu stärken und zu qualifizieren. „Wenn man sieht, mit welchen innovativen Ideen sich die Jugend bei diesem Wettbewerb einbringt, so ist das bemerkenswert“, lobt der stellvertretende Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld, Kurt Mauer. Mit der Dachmarke Rhön sei die gesamte Region auf einem guten Weg, weil die Bevölkerung dadurch erkenne, dass der Markt auch offen und ehrlich bedient werden kann. „Wer hingegen nur auf ,Geiz ist geil‘ setzt, der darf sich nicht wundern, dass plötzlich Pferdefleisch in Lasagne ist“, sagt Mauer. Der Schulleiter der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen, Rudolf Hoffmann, sieht im Länder übergreifenden Lehrlingswettbewerb auch Impulse für die einheimische Gastronomie. „Dieser Wettbewerb hebt das Image unserer Gastronomie“, meint er. Für die Auszubildenden bringe er einen positiven Effekt – nämlich das Arbeiten unter realen Prüfungsbedingungen.

Zur Jury gehörten in diesem Jahr für Thüringen Petra Saalamann (Küche) und Kirsten Berger (Service) vom Staatlichen Berufsbildungszentrum Bad Salzungen, für Bayern Josef Körner (Küche) und Barbara Zollner-Siegler von der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen sowie für Hessen Ludwig Schneider vom Gasthof „Zum Rosenbachschen Löwen“ in Hilders (Küche) und Simone Voortmann von der Eduard-Stieler-Schule Fulda (Service). Am Rande des Wettbewerbs hatten sich zahlreiche Partnerbetriebe der Dachmarke Rhön in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert, darunter alleine vier Brauereien der Region.

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